Methoden
Methoden
Hier finden Sie das Handwerkszeug für Selbstlernende: welches Kameraprogramm in welcher Situation passt, wie Sie das Histogramm nutzen, statt dem Display zu vertrauen, und wie Sie Ihre Aufnahmen analysieren. Damit klar wird, woher all das stammt, werfen wir einen kurzen Blick auf die Anfänge der Fotografie. Zum Schluss folgen verbreitete Mythen, die das Lernen behindern und dazu verleiten, die Lösung in der Technik zu suchen statt im eigenen Blick.
Der manuelle Modus macht niemanden zum ernsthafteren Fotografen. Ernsthaft wird man, wenn man versteht, warum man genau diese Werte gewählt hat.
So ist dieser Bereich aufgebaut: Wir beschreiben Techniken allgemein auf Grundlage von Lehrbüchern zu den Grundlagen der Fotografie und von Museumsmaterialien. Wir nennen keine „richtigen“ Zahlen für Einstellungen und behaupten nicht mehr, als sich an eigenen Aufnahmen überprüfen lässt.
Aufnahmeprogramme
| Programm | Was Sie festlegen | Wann es sich eignet |
|---|---|---|
| Vollautomatik | Fast nichts: Die Kamera wählt Blende, Belichtungszeit und ISO selbst | Wenn es wichtiger ist, den Moment nicht zu verpassen, als das Ergebnis zu steuern, und zum ersten Kennenlernen der Kamera |
| Zeitautomatik (Blendenvorwahl) | Die Blende und damit die Schärfentiefe; die Belichtungszeit wählt die Kamera | Porträt mit unscharfem Hintergrund, Landschaft mit scharfem Vorder- und Hintergrund, die meisten ruhigen Motive |
| Blendenautomatik (Zeitvorwahl) | Die Belichtungszeit, also wie Bewegung wiedergegeben wird; die Blende wählt die Kamera | Sport, Kinder, Tiere, Wasser und alle Motive, bei denen Bewegung eingefroren oder verwischt werden soll |
| Manuell | Blende, Belichtungszeit und auf Wunsch ISO vollständig selbst | Gleichbleibendes Licht, Nacht, Serien mit identischer Belichtung und Übungen zum Verständnis der Blendenstufen |
So lesen Sie das Histogramm
Das Histogramm zeigt die Verteilung der Helligkeitswerte im Bild: links die dunklen Töne, rechts die hellen, und die Höhe der Kurve gibt an, wie viele Bildpunkte einer bestimmten Helligkeit vorhanden sind. Es ist ein objektiver Anhaltspunkt, der weder von der Helligkeit des Displays noch vom Umgebungslicht abhängt.
Stößt die Kurve an den rechten Rand, sind vermutlich Lichter verloren gegangen: Der Himmel oder ein weißes Hemd wurde zur Fläche ohne Zeichnung. Drängt sie sich an den linken Rand, gehen in den Schatten Details verloren. Eine richtige Form des Histogramms gibt es nicht: Bei einer Schneelandschaft ist es nach rechts verschoben, bei einer nächtlichen Straße nach links – und das ist in Ordnung.
Schauen Sie direkt nach der Aufnahme auf das Histogramm, besonders bei kontrastreichem Licht. Gehen wichtige Details über den Rand verloren, korrigieren Sie die Belichtung und fotografieren Sie erneut, solange die Szene noch vor Ihnen liegt.
Ein wenig Geschichte
Als eine der ältesten erhaltenen Fotografien gilt der „Blick aus dem Arbeitszimmer in Le Gras“, den Joseph Nicéphore Niépce um 1826–1827 aufnahm. Das Bild zeigt Dächer und Gebäude vor dem Fenster seines Hauses; für die Aufnahme war eine sehr lange Belichtung nötig.
1839 wurde die Daguerreotypie öffentlich bekannt gegeben – ein Verfahren, mit dem sich auf einer versilberten Platte ein Bild mit feinen Details erzeugen ließ. Von da an verbreitete sich die Fotografie in der ganzen Welt, und die Fragen nach Licht, Belichtungszeit und Bildgestaltung, mit denen sich die ersten Fotografen befassten, sind bis heute die wichtigsten.
Verwandte Bereiche
- Lektionen
Grundlagenlektionen: Belichtung, Fokus und Schärfentiefe, Licht, Bildgestaltung, Farbe und Weißabgleich, RAW und Entwicklung.
- Praxis
Aufgaben für eine Woche: ein Motiv in wechselndem Licht, eine Belichtungsreihe und Anzeichen dafür, dass Sie gedankenlos fotografieren.
- Glossar
Kurze, verständliche Erklärungen der Begriffe rund um Belichtung, Optik, Fokus und Bildbearbeitung.
Quellen
- Lehrbücher zu den Grundlagen der Fotografie: Belichtung, Optik, Licht und Bildgestaltung
- Materialien von Museen zur Geschichte der Fotografie
Die Angaben zu Belichtung, Optik, Licht und Bearbeitung sind allgemein gehalten und stützen sich auf Lehrbücher zu den Grundlagen der Fotografie sowie auf die genannten Quellen. Kameraeinstellungen hängen von Motiv und Bildidee ab – prüfen Sie die Tipps daher an Ihren eigenen Aufnahmen.