Ein unabhängiger Leitfaden für alle, die sich das Fotografieren selbst beibringen. Keine Schule und kein Studio und nicht mit der früheren Website unter dieser Domain verbunden; wir verkaufen weder Kurse noch Fotoshootings.

Praxis

Praxisaufgaben

Fotografieren lernt man mit Händen und Augen, nicht nur durch Lesen. In diesem Bereich finden Sie Aufgaben, für die jede Kamera und jedes Smartphone genügt: eine Wochenserie desselben Motivs in wechselndem Licht, eine Belichtungsreihe, um Blendenstufen zu verstehen, und eine kurze Liste von Anzeichen dafür, dass Sie fotografieren, ohne nachzudenken. Arbeiten Sie mit eigenen Motiven und bewahren Sie alle Aufnahmen auf, auch die misslungenen: Gerade sie zeigen später am besten, was Sie gelernt haben.

Ein misslungenes Bild, dessen Ursache Sie verstanden haben, bringt mehr als ein gelungenes, das zufällig entstanden ist.

— Aus der Redaktion

So ist dieser Bereich aufgebaut: Die Aufgaben sind Schritt für Schritt beschrieben und erfordern keine besondere Ausrüstung. Die Zeitangaben sind Richtwerte – strecken Sie sie, wenn Ihnen die Zeit fehlt. Analysieren Sie nach jeder Aufgabe Ihre Bilder und notieren Sie eine Erkenntnis für das nächste Fotografieren.

Wochenaufgabe: ein Motiv in wechselndem Licht

  1. Motiv wählen

    Suchen Sie einen Ort oder Gegenstand, zu dem Sie jeden Tag leicht zurückkehren können: den Blick aus dem Fenster, eine Zimmerecke, einen Baum im Hof. Das Motiv soll gleich bleiben, nur das Licht ändert sich.

  2. Standpunkt festlegen

    Fotografieren Sie immer vom selben Standpunkt und mit demselben Bildausschnitt. Markieren Sie die Stelle für Ihre Füße oder stellen Sie die Kamera auf dieselbe Auflage, damit Sie die Bilder fair vergleichen können.

  3. Zu verschiedenen Zeiten fotografieren

    Machen Sie im Lauf der Woche Aufnahmen am Morgen, am Mittag, am Abend, bei bedecktem Himmel und bei Kunstlicht. Wenn möglich, fotografieren Sie das Motiv auch in der Dämmerung.

  4. Bedingungen notieren

    Notieren Sie zu jeder Aufnahme Uhrzeit, Wetter und Lichtrichtung. Diese Notizen helfen später, das Gesehene mit dem zu verbinden, was auf dem Bild entstanden ist.

  5. Serie vergleichen

    Legen Sie am Ende der Woche alle Aufnahmen nebeneinander. Achten Sie darauf, wo die Schatten weicher sind, wo die Farbe wärmer ist, wo Strukturen deutlicher hervortreten und welches Licht die Stimmung des Ortes am besten trifft.

  6. Lieblingslicht bestimmen

    Benennen Sie das Bild, das Ihnen am besten gefällt, und begründen Sie es. Merken Sie sich Uhrzeit und Wetter: Beim nächsten Mal können Sie genau im richtigen Moment zum Fotografieren kommen.

Belichtungsreihe

  1. Kontrastreiches Motiv wählen

    Geeignet ist ein Fenster mit Blick auf die Straße, von innen fotografiert, oder ein Baum vor hellem Himmel: Bei solchen Motiven sieht man sofort, wo Details verloren gehen.

  2. Nach Belichtungsmesser aufnehmen

    Fotografieren Sie das Motiv so, wie die Kamera es vorschlägt, und verändern Sie danach nichts außer der Belichtungskorrektur.

  3. Dunklere und hellere Bilder ergänzen

    Korrigieren Sie die Belichtung um eine Stufe ins Minus und machen Sie eine Aufnahme, dann um eine Stufe ins Plus und fotografieren Sie erneut. Wenn Sie möchten, gehen Sie jeweils noch eine Stufe weiter.

  4. Histogramme vergleichen

    Öffnen Sie das Histogramm jeder Aufnahme. Schauen Sie, bei welcher die Kurve am rechten oder linken Rand anstößt und wo Details in Lichtern und Schatten am besten erhalten geblieben sind.

  5. Schlussfolgerung ziehen

    Entscheiden Sie, welche Variante Ihnen am meisten zusagt, und notieren Sie, warum. So lernen Sie vorauszusehen, in welche Richtung Sie die Belichtung bei einem ähnlichen Motiv korrigieren sollten.

Selbsttest: Anzeichen, dass Sie gedankenlos fotografieren

  • Sie können bei den meisten Ihrer Bilder nicht sagen, woher das Licht kam
  • Fast alle Aufnahmen entstehen aus Augenhöhe und vom selben Fleck aus
  • Sie öffnen nie das Histogramm und bemerken überbelichtete Stellen erst zu Hause
  • Das Hauptmotiv landet oft nur deshalb in der Bildmitte, weil dort das Fokusfeld liegt
  • Von hundert Bildern eines Spaziergangs können Sie bei keinem erklären, warum Sie es gemacht haben
  • Lektionen

    Grundlagenlektionen: Belichtung, Fokus und Schärfentiefe, Licht, Bildgestaltung, Farbe und Weißabgleich, RAW und Entwicklung.

  • Methoden

    Aufnahmeprogramme, das Lesen des Histogramms, ein wenig Fotogeschichte und verbreitete Mythen über Technik und Regeln.

  • Glossar

    Kurze, verständliche Erklärungen der Begriffe rund um Belichtung, Optik, Fokus und Bildbearbeitung.

Quellen

  • Lehrbücher zu den Grundlagen der Fotografie: Belichtung, Optik, Licht und Bildgestaltung

Die Angaben zu Belichtung, Optik, Licht und Bearbeitung sind allgemein gehalten und stützen sich auf Lehrbücher zu den Grundlagen der Fotografie sowie auf die genannten Quellen. Kameraeinstellungen hängen von Motiv und Bildidee ab – prüfen Sie die Tipps daher an Ihren eigenen Aufnahmen.